Deutscher Gewerkschaftsbund

12.10.2016
Rentenpolitik

ZDH-Papier: Kein Plan für gute Renten

Im Juni 2016 hat der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) ein Rentenpapier veröffentlicht. Leider sehen wir darin keinen Ansatz für eine vernünftige Altersabsicherung von Handwerker/innen.

  • Der ZDH schlägt einen „Dreiklang aus gesetzlicher Rentenversicherung, betrieblicher Altersvorsorge und privater Absicherung“ vor. Wir sind der Meinung, die Riester-Rente erreicht viel zu wenige – außerdem ist eine mögliche Erwerbsminderung nicht berücksichtigt. Zudem sind viele Beschäftige im Handwerk in einer Sondersituation: Wer beispielsweise gezwungen ist, von Mini-Jobs zu leben, hat keine betriebliche Absicherung und kann sich keine private Altersvorsorge leisten.
  • Der ZDH bezeichnet eine „Anhebung der Regelaltersgrenze“ als „richtige und notwendige Weichenstellung“. Die Erfahrung mit unseren Mitgliedern zeigt, dass viele nicht bis 65 arbeiten können, geschweige denn bis 67. Gerade die kleinen Handwerksbetriebe können oft auch keinen „Schonarbeitsplatz“ anbieten. Wir brauchen keinen späteren Rentenbeginn, sondern sozial abgesicherte Brücken in die Rente wie das Altersflexigeld der IG BAU.
  • Der ZDH schlägt für langjährig Versicherte „einen teilweisen Verzicht der Anrechnung betrieblicher und privater Altersvorsorge auf die Grundsicherung im Alter“ vor. Der DGB begrüßt diesen Vorschlag. Dieser Notnagel hilft aber nur jenen, die am Ende in die Sozialhilfe fallen würden, was nach einem langen Erwerbsleben keine Option sein darf. Also sehen wir auch hier keine nachhaltige Lösung für ein würdevolles Leben unserer Handwerker/innen im Alter.
  • Der ZDH klagt, eine vom DGB geforderte Erhöhung des Rentenniveaus auf 50 Prozent würde „die Rentenversicherung und damit die nächste Generation der Beitragszahler 2030 mit 27,6 Mrd. Euro zusätzlich belasten.“ Der DGB hält dagegen, eine Belastung von 27,6 Mrd. würde für die Rentenversicherung nicht mal 2 Prozentpunkte bedeuten – davon entfiele je ein Prozent auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Das aber sollte uns allen eine solide Absicherung im Alter Wert sein – den Beschäftigten ist sie das allemal!

Stefan Körzell, DGB-Vorstandsmitglied: „Als Interessenvertreter der Handwerkerinnen und Handwerker hat der DGB das bessere Konzept für eine gute Rente. Wir arbeiten auch im Handwerk auf eine langfristige Absicherung hin – und sichern damit auch die Zukunft des Standorts Deutschland. Das sollte gerade der Zentralverband des Deutschen Handwerks zu schätzen wissen!“


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