Deutscher Gewerkschaftsbund

07.04.2017
IG BAU Bundeshandwerkskonferenz

Die Zukunft liegt in unseren Händen

Der Stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende Dietmar Schäfers rief die Teilnehmer der IG BAU-Bundeshandwerkskonferenz und des Bundesarbeitskreises Berufliche Qualifizierung am 24. Februar 2017 dazu auf, sich dem Lohndumping entgegenzustellen und für Qualität und Bildung zu kämpfen.

 

Vorstand der Handwerkskonferenz

Vorstand der Bundeshandwerkskonferenz (von links): Detlev Hermann, Friedrich Pfohl, Michael Lehnert, Herbert Herrmann (ehem. Vorstand), Dietmar Schäfers, Stephanie Wlodarski, Carla Rodrigues, Mehmet Korkmaz. In Abwesenheit wurden gewählt: Karsten Berlin und Werner Baas. IG BAU/Can

„Im Handwerk beobachten wir gerade einen erstaunlichen Widerspruch“, stellte Dietmar Schä­fers fest. „Die Bauwirtschaft boomt wie lange nicht. Und dennoch erleben wir teilweise einen erstaunlichen Schmutzwettbewerb zu Lasten der tariftreuen Betriebe!“ Schäfers fordert schärfere Anstrengungen gegen Lohndumping, auch von Seiten der Innungen und Arbeitgeberverbände.

Meisterpflicht sichert Qualität

Gleichzeitig warb er dafür, die Zeit bis zur Bundestagswahl politisch zu nutzen. „Wir haben berechtigte Forderungen an die Parteien. So hat sich gezeigt, dass die im Zuge der Agenda 2010 fallengelassene Meisterpflicht ein großer Fehler war“, sagte Schäfers. „Besonders hart ist der Wegfall für Fliesenleger. Zudem ist es auch eine Frage des Verbraucherschutzes. Die Qualität leidet. Der Meister für Handwerksberufe muss neu geregelt werden.“

Auch die Überarbeitung des Berufsbildungs­gesetzes (BBiG) steht für die Gewerkschaften auf der Tagesordnung. „Eine Imagekampagne allein reicht nicht, die Probleme des Handwerks zu beheben“, so DGB-Bildungsexperte Thomas Giessler. „Wir müssen Druck aufbauen, damit sich etwas ändert.“ Giessler referiert als Gast der IG BAU-Konferenz über die Punkte Neuord­nung der Ausbildung sowie Integration und Digitalisierung des Arbeitsmarkts. Sein Fazit: Die duale Ausbildung ist ein Zukunftsmodell.

Bildung hat Zukunft

Die IG BAU fordert bessere berufsbegleitende Qualifizierungen im Handwerk.

Klares Bekenntnis zum Tarif

„Beschäftigte müssen auf der Höhe der Zeit bleiben“, so Dietmar Schäfers. „Berufsbegleitendes Lernen gehört deshalb zum modernen Arbeitsleben dazu. Die Betriebe haben doch selbst ein Interesse daran, dass sie sich über Qualität von den Wettbewerbern abheben! Tarifvertragliche Regelungen können sicher­stellen, dass die Weiterbildung nicht dem Zufall überlassen wird.“

Im Anschluss wählten sowohl die Bundeshand­werkskonferenz als auch der Bundesarbeitskreis Berufliche Qualifizierung ihre Vorstände.


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