Deutscher Gewerkschaftsbund

30.10.2015

Gebäudereiniger knacken 10-Euro-Lohnmarke

Frau mit Putzmaterial

DGB/Simone M. Neumann

Die rund 600 000 Beschäftigten im Gebäudereiniger-Handwerk erhalten ab kommenden Jahr mehr Geld. Unter anderem wurden die Ost- an die Westlöhne weiter angeglichen.

„Acht Jahre haben wir dafür gekämpft. Die Kolleginnen und Kollegen haben sich in den vergangenen Wochen und Monaten in dieser Tarifrunde mit vielen Aktionen beteiligt. Das hat uns stark unterstützt.“

Nach mehr als 18 Stunden intensiver Verhandlungen einigte sich die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) am frühen Freitagmorgen mit dem Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks auf ein Ergebnis. „Wir haben endlich die zehn Euro pro Stunde erreicht und damit einen wirklich wichtigen Durchbruch erzielt“, sagte IG BAU-Bundesvorstandsmitglied und Verhandlungsführerin Ulrike Laux. „Acht Jahre haben wir dafür gekämpft. Die Kolleginnen und Kollegen haben sich in den vergangenen Wochen und Monaten in dieser Tarifrunde mit vielen Aktionen beteiligt. Das hat uns stark unterstützt.“

Im Einzelnen sieht das Ergebnis vor, die unterste Lohngruppe im Westen von 9,55 Euro ab dem 1. Januar 2016 um 25 Cent zu erhöhen und in einem zweiten Schritt ab dem 1. Januar 2017 um weitere 20 Cent auf dann zehn Euro die Stunde anzuheben. Das entspricht einem Plus von 2,62 Prozent im ersten Jahr und dann um 2,04 Prozent. Im Osten steigen die Löhne von derzeit 8,50 Euro im gleichen Zeitraum um 20 Cent und 35 Cent auf dann 9,05 Euro. Sie steigen somit um 2,35 und 4,02 Prozent. Die weiteren Lohngruppen zwei bis neun steigen analog der Prozentsätze der untersten Lohngruppe. Damit wurden die Ost- an die Westlöhne weiter angeglichen. Der Lohnabstand sinkt in der untersten Lohngruppe, die gleichzeitig der tarifliche Mindestlohn ist, von derzeit 89 Prozent auf 90,5 Prozent. Die weiteren Lohngruppen lagen noch weiter auseinander. Dort konnte eine Angleichung auf 87 bzw. auf 90 Prozent erreicht werden.

„Die Beschäftigten wollen die Branche mitgestalten."

Zudem haben sich die Tarifvertragsparteien auf eine Vereinbarung zur Begrenzung der Leistungsverdichtung geeinigt. Ziel ist es, neben Maßnahmen zur Vermeidung von Leistungsverdichtung vor und nach Tariferhöhungen auch Maßnahmen der Qualifizierung und Weiterbildung, Ausbildung sowie Arbeits- und Gesundheitsschutz aufzustellen. „Die Beschäftigten wollen die Branche mitgestalten. Ihr Wissen und ihre Erfahrung soll in die Vereinbarung zur Begrenzung der Leistungsverdichtung einfließen. Damit kann in Zukunft gewährleistet werden, dass die Lohnerhöhungen auch tatsächlich in den Portemonnaies der Beschäftigten ankommen“, sagte Ulrike Laux.

Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis zum 31. Oktober 2017. Es wurde eine Erklärungsfrist bis zum 16. November 2015 vereinbart.


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