Deutscher Gewerkschaftsbund

Dossier zur Energiewende

15.12.2014

Keine Energiewende ohne Effizienzwende

In diesen Tagen werden entscheidende Weichen in Sachen Klimaschutz und Energiewende gestellt. Die Bundesregierung hat am 3. Dezember das „Aktionsprogramm Klimaschutz 2020“ und den „Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz“ beschlossen.

Die Bundesregierung hat sich ein ambitioniertes Arbeitsprogramm gesetzt. Am 3. Dezember hat das Bundeskabinett ein Klimapaket mit gleich drei energiepolitischen Plänen verabschiedet: Das „Grünbuch zum Strommarkt“, das „Aktionsprogramm Klimaschutz 2020“ und den „Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE)“. In den Plänen für Klimaschutz und Energieeffizienz werden die nächsten Schritte beschrieben, die die Regierung plant, um die Energie- und Klimaziele bis 2020 zu erreichen.

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effizienzwende.de

Neue Anreize schaffen
Energieeffizienz soll dabei eine erhebliche Rolle spielen. Ein Fokus des NAPE liegt auf der Gebäudesanierung. Die Gebäudesanierungsprogramme sollen um 200 Millionen Euro auf zwei Milliarden Euro jährlich ab 2015 erhöht werden. Gleichzeitig soll durch die steuerliche Förderung von energetischen Gebäudesanierungen das Fördervolumen um eine weitere Milliarde für den Zeitraum von 2015-2019 zur Verfügung gestellt werden. Zudem soll die Energieberatung verbessert werden. Um einen Anreiz für besonders alte Anlagen zu schaffen sollen zukünftig Heizungsanlagen, die älter als 15 Jahre sind, einen Energieausweis bekommen. Dieses Effizienzlabel soll vom Schornsteinfeger im Rahmen der Feuerstättenschau vergeben werden und einen Anreiz schaffen, die alte Anlage auszutauschen. Daraufhin soll über einen weitergehenden Heizungscheck oder Vor-Ort-Beratung informiert werden. Darüber hinaus soll es ein Pilotprojekt zur Ausschreibung von Energieeinsparmengen, die Weiterentwicklung von weiteren KfW-Effizienzprogrammen, ein EU-weites und nationales Programm für energieeffiziente Produkte („Top-Runner Strategie“) sowie eine Ausweitung von Unternehmensnetzwerken für Energieeffizienz geben.

DGB Effizienzwende

Der DGB hat mit anderen Organisationen die
Kampagne „Weniger wird mehr – Effizienzwende“
gestartet. Harm-Berend Wiegmann
vom DGB (links) übergibt Oliver Krischer,
stellvertretender Vorsitzender der Bundestagsfraktion
von Bündnis90 / Die Grünen, ein Trikot
der Kampagne.
Bündnis Effizienzwende

Und können damit die Ziele für 2020 erreicht werden? Die Berechnungen der Bundesregierung zeigen, dass so die Ziele der EU, also der deutsche Anteil am 20 Prozent-Ziel für 2020, erreicht werden kann. Die eigenen Ziele aus dem immer noch aktuellen Energiekonzept der Bundesregierung werden jedoch nur zu einem Drittel erfüllt. „Das ist ein erster guter Schritt. Aber wir erwarten weitere Impulse“, so DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell. „Bei all diesen Prognosen dürfen wir die Fachkräftesicherung nicht vergessen. Ohne gut ausgebildete Energieberater und Handwerker werden die Ziele nicht erreichbar sein. Wenn ein Haus nicht ordnungsgemäß gedämmt ist, wird es nicht genug Energie sparen und den Investor teuer zu stehen kommen. Wir müssen im Rahmen der geplanten Gebäudestrategie abschätzen, welche Qualifizierungsbedarfe vorhanden sind. Der Fachkräfteaspekt ist hier ein Engpass für eine erfolgreiche Energiewende“, so Körzell.

Ende des schwarz-gelben Chaos
„Der Nationale Aktionsplan Energieeffizienz ist ein richtiger Anfang. Nachdem die letzte Regierung bei dem Thema Chaos hinterlassen hat, haben wir nun endlich eine Arbeitsgrundlage. Jetzt kommt es darauf an, dass die Pläne im kommenden Jahr ambitioniert umgesetzt werden. Dabei dürfen wir die sozialen Aspekte nicht vergessen und wir müssen darauf achten, dass keine Regelungen für Unternehmen eingeführt werden, die neues Wachstum oder Arbeitsplätze verhindern“, so Körzell.

Für den DGB steht fest: Es bleibt weiterhin viel zu tun. „Neben der ,Energiewende‘ brauchen wir jetzt eine ,Effizienzwende‘“, so Körzell. Die Pläne der Bundesregierung seien ein guter Anfang auf denen in den kommenden Jahren aufgebaut werden kann.

Breites Bündnis
Energieeffizienz sei eine Aufgabe für die ganze Gesellschaft und deshalb müssen alle mit anpacken: Gewerkschaften, Unternehmen, Umweltbewegung, Sozialverbände, Kirchen und viele mehr. Um hierfür ein Bündnis zu schaffen, hat der DGB zusammen mit weiteren Verbänden die Kampagne „Weniger wird mehr – Effizienzwende“ gestartet. Mit dabei sind die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF), das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS), der Naturschutzbund Deutschland (NABU), die Klima-Allianz, der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und der Worldwide Fund for Nature (WWF). Weitere Verbände sind eingeladen teilzunehmen.

Die Kampagne soll ein Dialogangebot an Politik und Gesellschaft sein, sich über das Thema Energieeffizienz auszutauschen. Auf der Internetseite www.effizienzwende.de soll ein Anfang gemacht werden.


Das 10-Punkte-Papier des DGB gibt es hier:


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