Deutscher Gewerkschaftsbund

11.10.2018
Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU)

Jetzt entscheiden wir mit

Die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU) im Handwerk ergänzt und unterstützt die betriebliche Ausbildung. Die Lehrgänge vermitteln berufsspezifische praktische Fertigkeiten und Kenntnisse und sind ein fester Bestandteil der dualen Berufsausbildung im Handwerk. Endlich sind auch die Gewerkschaften direkt an der Erarbeitung der Lehrpläne beteiligt.

Die praxisnahen Lehrgänge finden in den überbetrieblichen Berufsbildungsstätten (ÜBS) statt. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördern die ÜLU und die ÜBS (und ihre Weiterentwicklung zu Kompetenzzentren) jährlich mit einem dreistelligen Millionenbetrag. Zusätzliche Fördermittel stellen die Länder zur Verfügung.

Das Heinz-Piest-Institut für Handwerkstechnik (HPI) an der Leibniz Universität Hannover erarbeitet zusammen mit den jeweiligen Zentralverbänden für alle Berufe des Handwerks die Inhalte und Dauer der ÜLU und ermittelt die zugehörigen durchschnittlichen Verbrauchskosten. Erst nach Zustimmung des jeweiligen Berufsbildungsausschusses der Handwerkskammer wird die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung mit den entsprechenden Unterweisungsplänen vor Ort durchgeführt.

Bisher fehlte es an einer verbindlichen inhaltlichen Beteiligung der Arbeitnehmerseite bei der Erarbeitung der ÜLU Unterweisungspläne. Die Arbeitnehmervertreter/innen in den Berufsbildungsausschüssen mussten einerseits entsprechenden Beschlüssen zustimmen, wussten aber, dass die Arbeitnehmervertreter/innen, bis auf wenige Ausnahmen, nicht eingebunden waren. Andererseits wollten sie natürlich einer zeitgemäßen, qualitativ hochwertigen Ausbildung nicht im Wege stehen.

Mittlerweile wurde die „Richtlinie über die Förderung der überbetrieblichen beruflichen Bildung im Handwerk“ überarbeitet. Die Fachverbände müssen jetzt direkt bei den fachlich zuständigen Gewerkschaften um Mitarbeit anfragen, sodass Sachverständige von der Arbeitnehmerseite aktiv an den Unterweisungsplänen mitarbeiten können.  


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