Deutscher Gewerkschaftsbund

12.10.2016
Transparenz im Kfz-Handwerk

Fairness mit PS

Mit der Internetseite AutohausFAIR sorgt die IG Metall Küste für mehr Transparenz im Kfz- Handwerk in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Dort informiert sie darüber, welche Autohäuser sich an Tarifverträge halten, einen Betriebsrat haben und ausbilden. Aus Sicht der Gewerkschaft sind das die Kriterien für ein faires Autohaus. Seit sich die Kfz-Innungen 2010 aus der Tarifbindung Mit der Internetseite AutohausFAIR sorgt die IG Metall Küste für mehr Transparenz im Kfz- Handwerk in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Dort informiert sie darüber, welche Autohäuser sich an Tarifverträge halten, einen Betriebsrat haben und ausbilden. Aus Sicht der Gewerkschaft sind das die Kriterien für ein faires Autohaus. Seit sich die Kfz-Innungen 2010 aus der Tarifbindung verabschiedet haben, sind solche Betriebe in der Minderheit. In Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern gibt es nur etwa 80 faire Autohäuser – unter mehreren Tausend insgesamt.

Präsentation Aktion Autohaus Fair

Als erstes Unternehmen unterstützt Audi Hamburg die Kampagne: Geschäftsführer Jürgen Deforth, Betriebsratsvorsitzender Andreas Wesemann-Müller
und IG Metall-Bezirksleiter Meinhard Geiken (von links) bei der Auftaktveranstaltung im Autohaus.
IG Metall Küste

Blick auf die fairen Autohäuser

Statt Missstände anzuprangern, stellt die Kampagne seit 2015 die vorbildlichen Autohäuser in den Fokus. So können sich die Kunden auf der Internetseite informieren, welche/r Kfz-Händler/ in in ihrem Umkreis gute Arbeitsbedingungen hat. „Im Supermarkt, beim Klamottenkauf und im Café: Immer mehr Menschen achten auf faire Arbeitsbedingungen. Das wollen wir auch bei Autohäusern ermöglichen“, sagt Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste.

Auf der Internetseite finden sich auch viele Unterstützer/ innen. Betriebsräte aus anderen Branchen und Gewerkschafter/innen aus dem gesamten Bundesgebiet erklären in kurzen Sätzen, was faire Autohäuser ausmachen. Dazu haben sie ein Foto von sich hochgeladen. Alles unter dem Motto: „Fair. Wir sind dabei.“ Außerdem gibt es die Möglichkeit, elektronische Postkarten an einzelne Autohäuser zu versenden und diese aufzufordern, für faire Arbeitsbedingungen zu sorgen. Beschäftigte, deren Autohäuser noch nicht fair sind, können sich weitere Materialien herunterladen oder mit der IG Metall in Kontakt treten.

Arbeitgeber springen auf

Die Kampagne kommt auch bei Teilen der Arbeitgeber gut an. Als erstes Unternehmen in Hamburg bekannte sich im Januar dieses Jahres die Audi Hamburg GmbH mit allen Standorten zu den Zielen der AutohausFAIR-Kampagne. Die Firma wirbt seitdem mit Sonderveröffentlichungen in Zeitungen, auf ihrer Internetseite und in sozialen Medien als faires Autohaus. „Wir möchten darauf aufmerksam machen, dass wir ein Unternehmen sind, das faire Arbeitsbedingungen anbietet, und zu den wenigen gehört, die ihre Mitarbeiter nach dem Tarifbetrag entlohnen. Damit sind wir in der Kfz-Branche in Hamburg ein attraktiver Arbeitgeber“, sagte Jürgen Deforth, Geschäftsführer Audi Hamburg GmbH, bei der Auftaktveranstaltung.

Im April kamen zahlreiche Unternehmen aus Hamburg hinzu: BMW Niederlassung, Iveco Nord Nutzfahrzeuge, FCA Motor Village Germany, MAN Truck & Bus, Mercedes-Benz Nutzfahrzeuge, Mercedes-Benz PKW und Volkswagen Automobile. Betriebsräte, Geschäftsführer/innen und Standortleiter/innen trafen sich mit IG Metall- Bezirksleiter Geiken zu einem Fototermin auf dem Fischmarkt in Hamburg-Altona. Mit Aufklebern und Aufstellen in den Autohäusern, auf ihren Internetseiten und in Zeitungsanzeigen stellen auch sie seitdem heraus, dass sie faire Autohäuser sind.

Als erstes Unternehmen mit Sitz in Schleswig- Holstein unterstützt Nord-Ostsee Automobile mit acht Standorten und mehr als 470 Beschäftigten die Kampagne AutohausFAIR. Geschäftsführer Christian Splett-Henning will, dass sein Betrieb als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen wird: „Dazu zählen eine moderne, vielfältige Aus- und Weiterbildung sowie eine Ausbildungsplatzgarantie für alle Mitarbeiterkinder. Ziel der Kampagne ist auch, öffentliche Unternehmen und Behörden zu erreichen, um eine Auftragsvergabe an faire Unternehmen zu bewirken. Gesamtbetriebsratsvorsitzender von Nord-Ostsee Automobile, Thorsten Kühl: „Faire Arbeitsbedingungen müssen in der Kfz-Branche wieder zur Regel werden. Dafür machen wir uns mit der Kampagne stark.“

Heiko Messerschmidt, IG Metall Küste

Weitere Informationen: www.autohaus-fair.de

AutohausFAIR auf dem Fischmarkt in Hamburg-Altona

Unterstützung für die Kampagne AutohausFAIR der IG Metall Küste: Betriebsräte, Geschäftsführer und Standortleiter trafen sich mit IG Metall-Bezirksleiter Meinhard Geiken auf dem Fischmarkt in Hamburg-Altona. IG Metall Küste

Autohaus Fair bei Nord-Ostsee Automobile

Als erstes Unternehmen in Schleswig-Holstein unterstützt Nord-Ostsee Automobile die Kampagne der IG Metall Küste: Geschäftsführer Christian Splett-Henning, IG Metall-Bezirksleiter Meinhard Geiken und der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Thorsten Kühl IG Metall Küste


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