Deutscher Gewerkschaftsbund

Missbrauch von Leiharbeit im Handwerk

So genannte Zeitarbeitsfirmen "verleihen" Arbeitnehmer an andere Betriebe und Unternehmen. Ursprünglich war diese "Leiharbeit" dazu gedacht, in Ausnahmesituationen für eine begrenzte Zeit zusätzliche Arbeitskräfte einsetzen zu können - z.B. bei besonders vielen zeitgleichen Aufträgen oder beim kurzfristigen Ausfall eines Mitarbeiters.

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akut - Mindestlöhne: Gut fürs Handwerk (PDF, 1 MB)

Seit dem 1. Januar 2015 hat Deutschland einen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro. Für einige Beschäftigtengruppen gelten allerdings Ausnahmen, für einige Branchen Übergangsfristen. Das DGB-akut erklärt die Besonderheiten im Handwerk und erläutert den Unterschied zu den im Handwerk geltenden Branchenmindestlöhnen.

Heute werden Leiharbeiter aber schlicht und einfach als Ersatz für Festangestellte eingesetzt. Aus einem einfachen Grund: Der Arbeitgeber muss für Leiharbeiter weniger zahlen, als für Beschäftigte in einem normalen Arbeitsverhältnis. Eigentlich müssen Leiharbeiter zwar per Gesetz gleich bezahlt werden - außer ein Tarifvertrag regelt etwas anderes.

Das haben viele Arbeitgeber ausgenutzt und mit arbeitgeberfreundlichen Pseudo-Gewerkschaften Billig-Tarifverträge abgeschlossen. Im Schnitt bekommen Leiharbeiter deshalb heute für dieselben Tätigkeiten 20 bis 40 Prozent weniger, als ihre fest angestellten Kollegen - in manchen Branchen sogar nur die Hälfte. Die DGB-Gewerkschaften versuchen zwar, mit fairen Tarifverträgen gegenzusteuern, der Grundsatz der gleichen Bezahlung ist durch die Billig-Tarifverträge der Pseudo-Gewerkschaften aber dennoch dahin. Die DGB-Gewerkschaften fordern deshalb: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit - gesetzlich festgelegt.

Früher hauptsächlich ein Phänomen der Industrie, setzt sich Leiharbeit auch immer mehr im Handwerk durch. Etliche Kreishandwerkerschaften haben inzwischen Zeitarbeits-Tochterfirmen gegründet, um ihren Mitgliedsbetrieben Leiharbeiter anbieten zu können. Das ist aus Sicht der DGB-Gewerkschaften ein Skandal.

Je mehr Mitglieder die DGB-Gewerkschaften im Handwerk - aber auch in der Leiharbeit - haben, desto besser können sie über Tarifverträge, die Unterstützung von Betriebsratsarbeit und politische Einflussnahme die Situation für Beschäftigte im Handwerk und in der Leiharbeit verbessern.


Mitglied werden

Mitglied werden - für gute Löhne im Handwerk

IG Bauen-Agrar-Umwelt
www.igbau.de/Mach_mit.html

IG Bergbau, Chemie, Energie
www.mitgliedwerden.igbce.de

IG Metall
www.igmetall.de/beitreten

Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten
www.ngg.net/mitgliederbereich/mitglied-werden/

Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
www.verdi.de/ueber-uns/mitglied-werden


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