Erfreuliche Aussichten im saarländischen Handwerk für 2012. HWK-Vize Peter Becker fordert faire Löhne und Nachdenken über Weihnachtsgeld.
Die Handwerkskammer (HWK) des Saarlandes blickt sehr positiv in das Jahr 2012. Die Auftragsbücher sind prall gefüllt, der Konsum scheint konstant zu bleiben. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Saar und die ArbeitnehmerInnenvertreterInnen in der Handwerkskammer nehmen diese positive Nachricht zum Anlass, den Handwerksmeistern in Erinnerung zu rufen: "Gute Arbeit heißt auch fairer Lohn für die Beschäftigten."
Das Handwerk im Saarland könne auf ein durchweg gutes Jahr 2011 zurück blicken. Davon sollten die rund 68.000 Beschäftigten im Handwerk ebenfalls profitieren. "Die BetriebsinhaberInnen sollten ehrlich über zusätzliche Jahressonderzahlungen (Weihnachtsgeld) nachdenken", fordert Thorsten Schmidt, Gewerkschaftssekretär beim DGB Saar. Angesichts der positiven Aussichten fordert der DGB Saar die Handwerkskammer und die Innungen dazu auf, mit den DGB-Gewerkschaften angemessene Tarifverträge auszuhandeln, anstatt Billigtarife mit Pseudo-Gewerkschaften zu vereinbaren. Im saarländischen Elektrohandwerk existiere derzeit ein Tarifvertrag, der zwar mit einer vermeintlich "christlichen" Organisation abgeschlossen wurde, faktisch aber in keiner Weise die Leistung der Beschäftigten würdige, so die Kritik des DGB.
Hier sieht auch Peter Becker, der Arbeitnehmer-Vizepräsident der HWK, eindeutigen Handlungsbedarf: "Die Arbeitgeberseite muss zu einer fair ausgehandelten Bezahlung zurückkehren. Das ist eine elementare Voraussetzung für motivierte und engagierte Mitarbeiter. Und eine Grundlage für den Sozialen Frieden in unserer Gesellschaft. Einige Kammern sind bereits dabei umzudenken, nachdem das LAG Hamm im November einer weiteren angeblich christlichen Organisation die Tariffähigkeit abgesprochen hat." Becker stellt weiter fest: "Es geht um die Sicherheit konstanter und geregelter Tarifverträge für beide Seiten - und das ist in Deutschland nur mit einer DGB-Gewerkschaft gewährleistet.“
Für das nächste Jahr stehen im KFZ-, im Schreiner- und im Metallhandwerk Tarifverhandlungen an. Die IG Metall als zuständige Gewerkschaft im DGB setzt auf konstruktive Verhandlungen, erwartet aber auch angemessene Angebote von Seiten der Arbeitgeber. Das Handwerk müsse in Sachen Lohn nachlegen, da sich beim drohenden Fachkräftemangel genau an dieser Stelle entscheide, ob das Handwerk das erforderliche Fachpersonal finde oder nicht.