Deutscher Gewerkschaftsbund

22.03.2018

Betriebsratswahl 2018

Vom 1. März bis zum 31. Mai 2018 finden in ganz Deutschland turnusmäßig Betriebsratswahlen statt. In zehntausenden Betrieben wählen die Beschäftigten ihre Vertreterinnen und Vertreter in den Betriebsrat. Der Betriebsrat vertritt die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gegenüber dem Arbeitgeber – und sorgt für Mitbestimmung und Demokratie im Betrieb.

BR-Wahlen erklärt

Hans-Böckler-Stiftung

DGB und Gewerkschaften werben für eine hohe Wahlbeteiligung und mehr Betriebsräte. Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann betont: „Betriebsräte sichern gute und faire Arbeitsbedingungen und schützen die Beschäftigten. Das wollen wir mit unserer Kampagne deutlich machen.“ Betriebsräte seien zudem ein entscheidender Standortvorteil – für die Unternehmen und die gesamte Volkswirtschaft.

Betriebsräte im digitalen Zeitalter

Studien belegen die positiven Effekte der betrieblichen Mitbestimmung: Firmen mit Betriebsräten sind innovativer und fördern die Weiterbildung der Beschäftigten. Das ist angesichts der Digitalisierung in der Arbeitswelt dringend geboten. „Die Belegschaften müssen Schritt halten mit dem rasanten digitalen Wandel, der in vielen Unternehmen stattfindet. Darum brauchen wir mehr Betriebsräte in allen Branchen“, fordert Hoffmann.

Christiane Benner, die Zweite Vorsitzende der IG Metall, betont: „Betriebsräte gestalten längst mit. In vielen Unternehmen gibt es bereits innovative Betriebsvereinbarungen etwa für E-Learning, der Arbeit in der Cloud oder agiles Arbeiten – also einer schnellen, teamübergreifenden und kundenorientierten Arbeitsweise.“

Betriebsräte für Tarifbindung

Ralf Kutzner, im geschäftsführenden Vorstand der IG Metall zuständig für den Bereich, kündigt an: „Die IG Metall wird bei den kommenden Betriebsratswahlen in kleinen und mittleren Unternehmen sowie im Handwerk ordentlich Druck machen.“ Gerade im Mittelstand sei eine positive Mitbestimmungskultur dringend notwendig. „Nur mit starken Betriebsräten und gut organisierten Belegschaften können wir eine höhere Tarifbindung durchsetzen und halten.“ Diese wiederum sorgt dafür, dass KMU und Handwerk für den Fachkräftenachwuchs attraktiver werden.

Lebendige Interessenvertretung schaffen

Der demografische Wandel macht auch vor den Betriebsräten nicht halt. Zahlen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts zeigen, dass fast 60 Prozent der aktuell amtierenden Betriebsräte älter als 50 Jahre sind. Gerade einmal 12,3 Prozent sind unter 40 Jahren. In vielen Betrieben zeichnet sich spätestens bei der Wahl im Jahr 2022 ein Generationenwechsel ab.

Um dem Nachwuchs genügend Zeit zu bieten, in die Aufgabe hineinzuwachsen, sollte die kommende Wahl genutzt werden, um potenzielle Nachfolger/innen aufzubauen, rät Kerstin Jerchel, Leiterin des Bereichs Mitbestimmung beim ver.di-Bundesvorstand. „Gerade jüngere Beschäftigte sollten gezielt angesprochen werden, um sich für ihre Interessen aktiv einzusetzen. Sie können von der Erfahrung älterer Mitglieder im Betriebsrat, die in den kommenden vier Jahren in den Ruhestand gehen, profitieren.“

Potenzial, um Nachwuchs zu gewinnen, gibt es. Auswertungen des WSI zeigen, dass vor allem Frauen, befristet Beschäftigte und Migrant/innen in den Betriebsräten unterrepräsentiert sind. In diesen Gruppen gilt es, gezielt Beschäftigte anzusprechen und ihr Engagement zu fördern.

 

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Artikel des Einblicks von 12/2017

 


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