Deutscher Gewerkschaftsbund

26.07.2017
Ausbildungskampagne im Friseurhandwerk

Waschen, Schneiden, Kämpfen!

Seit Mitte Februar ist ver.di mit der Kampagne „Besser abschneiden“ bundesweit unterwegs zu den Berufsschulen des Friseurhandwerks. Das Ziel der Kampagne: Die Aufwertung des Ausbildungsberufes durch einen bundesweit gültigen Tarifvertrag für die rund 23.000, zumeist weiblichen, Auszubildenden der Friseurbranche.

Niedrigste Ausbildungsvergütungen, viele ausbildungsfremde Aufgaben und unbezahlte Überstunden sind nur drei der zahlreichen Probleme für Auszubildende im Friseurhandwerk. Jugendliche, die sich zur Friseurin oder zum Friseur ausbilden lassen, erleben oftmals einen frustrierenden Berufseinstieg.

Protestaktion mit großer Papp-Schere

Verdi

Schlechter Schnitt für Friseur/innen

So liegt die durchschnittliche Ausbildungsvergütung im Friseurhandwerk laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) 2015 im Osten bei gerade einmal 269 Euro, im Westen bei 494 Euro monatlich und damit deutlich unter dem bundesweiten Gesamtdurchschnitt von 826 Euro. Kein Wunder, dass in dieser Branche rund 6.500 Ausbildungsverträge jährlich aufgelöst werden.

„Wir haben auf unserer Berufsschultour ganze Schulklassen voller Friseur-Auszubildenden getroffen, die bei einer 40- oder sogar 50-Stunden-Woche 120 Euro brutto im Monat verdienen. Solche Vergütungen sind ein Skandal. Ein Geschäftsmodell, das darauf basiert, dass Auszubildende überwiegend von Sozialleistungen leben müssen, ist für die Betroffenen und für alle Steuerzahler nicht hinnehmbar.

Protestaktion vor gelbem Pult

Verdi

Gemeinsam besser abschneiden

Der anspruchsvolle und körperlich anstrengende Ausbildungsberuf zum Friseur muss dringend in Qualität und Bezahlung aufgewertet werden. Dafür werden wir gemeinsam mit 3.000 Auszubildenden in zahlreichen kreativen Aktionen kämpfen“, sagt der kampagnenverantwortliche Gewerkschaftssekretär Marvin Reschinsky.

Im Zuge der bundesweiten Tour zu über 80 Berufsschulen, mit der ver.di vor Ort über die Rechte in der Ausbildung und tarifpolitische Fragen aufklären will, sind bislang über 1.700 Auszubildende der Gewerkschaft ver.di beigetreten.

Protestaktion mit Schildern "Kamm on"

Verdi

Noch bis Ende Juli ist ver.di quer durch die Republik unterwegs zu den Berufsschulen. Nach der bundesweiten Tour plant ver.di dann gemeinsam mit den Auszubildenden die nächsten Schritte: Wahl der Tarifkommission, Forderungsbefragung, Tarifverhandlungen und Aktionen sind dabei nur einige Schritte.

Weitere Informationen zur Kampagne auf www.besser-abschneiden.info und auf www.facebook.de/besserabschneiden.

Protestaktion mit Schildern und Konfetti

Verdi


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