Deutscher Gewerkschaftsbund

12.10.2016
Neue DGB Kampagne

Rente muss reichen – auch im Handwerk

Kurswechsel: Die gesetzliche Rente stärken! Unter diesem Motto starten die DGB-Gewerkschaften mit Blick auf die Bundestagswahl 2017 ihre breit angelegte Rentenkampagne.

Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann sagte zum Kampagnenstart am Dienstag in Berlin: „Unsere zentrale Forderung für den Kurswechsel in der Rentenpolitik ist eine Stabilisierung des gesetzlichen Rentenniveaus. Wir fordern außerdem, dass das Rentenniveau langfristig deutlich erhöht wird. Und wir wollen die betriebliche Altersversorgung stärken und ausweiten.“

Der DGB setzt sich für eine faire und gerechte Rentenpolitik ein. Wer jahrzehntelang Beiträge gezahlt hat, soll eine Rente bekommen, die im Alter ein Leben in Würde ermöglicht, die vor sozialem Abstieg und Armut schützt – auch bei Erwerbsminderung.

Kampagnen-Logo "Rente muss Reichen"

DGB

Aktuell stehen wir vor dem Problem eines stetig sinkenden Rentenniveaus. In den letzten 15 Jahren haben die Renten bereits rund zehn Prozent gegenüber den Löhnen an Wert verloren. Wird diese Entwicklung nicht gestoppt, so verlieren die Renten bis 2030 weitere rund acht Prozent an Wert. Bis 2040 oder 2050 wäre dann das Rentenniveau auf deutlich unter 43 Prozent gesunken. Dann wären Millionen der heute jungen Beschäftigten von sozialem Abstieg oder Armut bedroht.

Die private Riester-Rente kann das sinkende Niveau der gesetzlichen Rente nicht ausgleichen. Trotz rund 16 Millionen Verträgen sparen nicht mal sieben Millionen Menschen den vorgesehenen Satz von vier Prozent ihres Lohns für die Rente auf. Außerdem riestern vorwiegend Haushalte mit gutem Einkommen. Die erwarteten Riester-Renten sind zu gering und die Produkte zu intransparent.

Vor allem aber decken Riester-Renten fast nie den Fall der Erwerbsminderung ab. Das hat insbesondere auch Konsequenzen für das Handwerk. Denn überdurchschnittlich viele Handwerker/innen müssen aus gesundheitlichen Gründen frühzeitig aus dem Arbeitsleben ausscheiden. DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell: „Die entstandenen Lücken in der gesetzlichen Rentenversicherung können nicht allein durch private Vorsorge geschlossen werden. Wir fordern ein umlagefinanziertes gesetzliches Rentensystem, das, ergänzt durch eine betriebliche Altersvorsorge, eine vernünftige und nachhaltige Altersabsicherung gewährleistet.“

Was erwarten wir von der Bundesregierung noch vor der Bundestagswahl 2017? Annelie Buntenbach ist als DGB Vorstandsmitglied für das Thema Rente zuständig: „Die Bundesregierung sollte die Absenkung des Rentenniveaus beenden und in Richtung auf eine Stabilisierung des Rentenniveaus umsteuern. Als ersten Schritt sollte die große Koalition ab sofort die sogenannte Mütterrente aus Steuermitteln finanzieren, statt weiter in die Beitragskasse zu greifen. Die Mütterrente ist schließlich eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“

Mehr Informationen auf der Kampagnenwebsite: www.rente-muss-reichen.de


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