Deutscher Gewerkschaftsbund

12.12.2017

Tradition der Qualitätssicherung im Handwerk droht zu kippen

Gerne wird das duale Ausbildungssystem gelobt: Innerhalb Deutschlands wie auch im europäischen Ausland. Dass die meisten Auszubildenden ihre duale Ausbildung in einem Handwerksbetrieb machen und nicht nur eine verschulte Ausbildung genießen, hat hier Tradition und hat entscheidenden Anteil an der Stärke der deutschen Wirtschaft. Im Handwerk gibt es mit der bestehenden Regelung der dualen Ausbildung für einen breiten Teil der Bevölkerung einen Qualifikationsrahmen mit Aufstiegsmöglichkeiten. Mit der Meisterpflicht gibt es eine Tradition für Qualitätssicherung.

Nun wurde im Parlament der EU ein Vorschlag abgestimmt, der dieses bewährte System gefährdet: Mit einer neuen EU-weit geltenden Verhältnismäßigkeitsprüfung soll die Schaffung und die Erhaltung von Berufsreglementierungen (wie die Meisterpflicht) erschwert werden.

Dazu erklärte Stefan Körzell, Mitglied im geschäftsführenden Bundesvorstand des DGB, am Mittwoch in Berlin:

„Die EU stellt Berufsregeln unter Generalverdacht. Mit der geplanten Verhältnismäßigkeitsprüfung drohen bewährte Standards wie der Meisterbrief unter die Räder zu kommen. Das würde nicht nur die Qualität der Güter und Dienstleistungen verschlechtern, sondern auch die betroffenen Berufe unattraktiver machen. Wir brauchen eine starke soziale EU, und keine, die bewährte Qualitätsstandards zerstört.“

Hintergrund:

Das Dienstleistungspaket wurde im Januar 2017 von der Europäischen Kommission vorgestellt. Es ist Teil der Binnenmarktstrategie der EU und soll grenzüberschreitende Dienstleistungen innerhalb der EU fördern.

 


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